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Wer war Kapitän Bleeker?
Heinrich Johannes Bleeker wurde am 3. September 1850 in Emden geboren. Er wuchs in einem Emder Waisenhaus als Vollwaise auf. Mit 14 ½ Jahren wurde H.J.Bleeker
aus der Volksschule entlassen. Er versuchte bei dem Kapitän Foelrichs auf der Kuff „Jantje“ anzumustern. Der Kapitän wies ihn aber als zu klein ab. Nach einem Jahr Büroarbeit versuchte er bei dem gleichen Kapitän
noch einmal sein Glück und wurde angemustert.
Von August 1870 bis März 1871 war H.J.Bleeker in der freiwilligen Seewehr in Geestemünde
und von Oktober 1872 bis 1874 in Wilhelmshaven bei der 2. Matrosen-Division.
Durch seine harte Jugend auch hart gegen sich selbst geworden, machte er als mittelloser Volksschüler zielstrebig seinen Weg. So wurde er am 1. August 1877 vom
Reichs-Kanzler-Amt wegen hervorragender Leistungen in der praktischen Prüfung zum Seesteuermann auf großer Fahrt in Emden ausgezeichnet. Vier Jahre später bestand er 1881 in Leer die Prüfung zum Kapitän auf großer
Fahrt. Sein letztes Schiff vor Eintritt beim Norddeutschen Lloyd war 1883 die Bark „Louis“, deren 1.Offizier er war. Nun folgten viele Jahre beim „Lloyd“. Dann, nach 14 Jahren, erhielt H.J.Bleeker sein erstes
Kommando als Kapitän. Zwei Jahre der Trennung von Frau und 4 Töchtern folgten, da er im Liniendienst zwischen Hongkong und Yokohama auf der „Hohenzollern“ und der „Prinz Heinrich“ eingesetzt wurde. Nach der Heimkehr
folgte für Kapitän Bleeker der Südamerika-Dienst mit den Fahrgastschnelldampfern „Aachen“, „Weimar“ und „Bayern“.
In Stettin hatte Kapitän Bleeker die Bauaufsicht für die „Gneisenau“ und machte die ersten Fahrten mit dem neuen Schiff. Darauf folgte das Kommando seines
liebsten Schiffes, „Friedrich der Große“, mit Fahrten nach Nordamerika, Ostasien und Australien. Die „Königin Luise“ und die „Kronprinz Wilhelm“ waren seine letzten Schiffe. Im Alter von 58 Jahren musste Kapitän
Bleeker am 1. Dezember 1908 aus gesundheitlichen Gründen die Seefahrt aufgeben.
1901, nach Beendigung des Boxeraufstandes in China, wurde Kapitän Bleeker mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, den Sühneprinzen Tschun, Bruder des Kaisers von
China, mit seiner Sühneabordnung auf dem Reichspostdampfer „Bayern“ nach Deutschland zu überführen. Die Sühnefahrt war dem Kaiserhof für die Deutschland im Boxeraufstand zugefügten Schäden, insbesondere für die
Ermordung des deutschen Gesandten Freiherr von Kettler, auferlegt worden. Auch die Rückfahrt machte Tschun mit Kapitän Bleeker. Dafür wurde ihm für die korrekte Behandlung der chinesische Drachenorden verliehen;
ebenso erhielt er das ursprünglich für den kaiserlichen Hof in Berlin bestimmte Prachtporzellan vom Prinzen Tschun zum Geschenk.
Kapitän Bleeker hatte sich zur Spitze in der deutschen Seefahrt empor gearbeitet. Selbst Albert Ballin soll verschiedentlich versucht haben, ihn für seine
HAPAG-Schiffe abzuwerben.
1914 verstarb Kapitän Bleeker infolge eines Herzleidens.
Kurz vor seinem Tod war Kapitän Bleeker in Bremen einer der 4 Kapitäns-Schaffer der berühmten Schaffermahlzeit, an der als höchster Gast Prinz Heinrich von
Preußen teilnahm.
Das Herz Kapitän Bleekers gehörte stets der Jugend. Gedanken an seine eigene im Waisenhaus verbrachte Jugend haben sicherlich viel dazu beigetragen. Mit
Vorträgen in Schulen und Vereinen versuchte er Interesse für die Seefahrt zu wecken.
Am 18. April 1963 taufte seine älteste Tochter, Frau Helene Mahler, Lesum, unterstützt durch seine Enkelin, unser Lotsenschiff auf den Namen „Kapitän Bleeker“
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